Viele KI-Clips wirken aus demselben Grund flach: Der Prompt beschreibt ein Bild statt einer Einstellung. Videomodelle müssen wissen, was sich in fünf Sekunden verändert. Dieser Leitfaden zeigt vier Bausteine für MiniMax, Kling und Seedance.
Schritt 1: Die Szene in einem Satz setzen
Ort und Zeit: „Nachts, ein regennasses Dach in einer Neonstadt.“ Beginnst du mit einem Foto, überspringe das — das Modell sieht die Szene bereits. Beschreibe stattdessen Veränderungen.

Schritt 2: Handlung als Ursache und Wirkung schreiben
Nenne nicht nur das Ergebnis („sie kämpfen“). Beschreibe die Kette: Sie umkreisen sich, prallen aufeinander; Funken sprühen; Mäntel wehen; einer springt von einem Wassertank ab. Jeder Kontakt — ein landender Fuß, eine auftreffende Klinge — gibt dem Modell etwas Physisches zum Animieren. Nutze Verben statt Adjektive.

Schritt 3: Kamerabewegung und festen Stil ergänzen
Ergänze eine Kamerabewegung mit Tempo und Endbild und lege dann den Stil fest: Nenne ihn und alles, was sich nicht ändern darf. Schließe mit „kein Text“, damit Schilder nicht unleserlich werden.

Night, a rain-soaked rooftop in a neon city. Two rival swordfighters circle, then clash; sparks burst, coats whip in the wind, one vaults off a water tank. Camera arcs around them in one continuous shot, then pushes in on the locked blades. Hand-drawn anime film style, cel shading, same faces and outfits throughout, no text.
Die Vorlage mit vier Bausteinen
| Teil | Was du schreibst | Beispiel |
|---|---|---|
| Szene | Ort, Zeit, Wetter; bei Foto als Start überspringen | Nachts, ein regennasses Dach in einer Neonstadt |
| Handlung | Verbfolge mit Kontakt und Gewicht | umkreisen, zusammenprallen; Funken sprühen; einer springt vom Tank |
| Kamera | Eine Bewegung, Tempo und Endpunkt | Kamera kreist im Bogen, fährt dann auf die Klingen zu |
| Festlegung | Stil und unveränderliche Merkmale | Anime-Filmstil, gleiche Gesichter und Outfits, kein Text |
Bleibe bei 40–90 Wörtern. Längere Prompts lassen die Handlung oft untergehen.
Drei Bewegungsebenen
Eine Einstellung wirkt lebendig, wenn sich Kamera, Motiv und Umgebung bewegen — Regen, Staub, Funken, Licht, Wasser. Wirkt ein Clip eingefroren, fehlt meist die Umgebungsebene. Nenne dann, was unverändert bleibt: Gesichter, Outfits, Produktform, Horizont.
Mit einem Foto beginnen
Wenn ein Foto das erste Bild ist, beschreibe nur die Veränderungen. Das Bild erneut zu beschreiben verschwendet Wörter und kann einen Szenenwechsel auslösen. Die Handlung muss auch zum Foto passen: Ein Kopf-Schulter-Porträt kann nicht plötzlich aus dem Bild laufen.
Häufige Fragen
Muss ich lange Prompts schreiben?
Nein. Vierzig bis neunzig Wörter sind ideal. Kurze Prompts bewegen sich oft kaum; sehr lange verlieren die Handlung.
Soll die Kamerabewegung zuerst oder zuletzt stehen?
Bei den meisten Modellen funktioniert sie nach der Handlung gut. Ignoriert ein Modell sie, stelle den Satz versuchsweise an den Anfang.
Warum schneidet mein Clip in eine andere Szene?
Wahrscheinlich beschreibt der Prompt etwas, das im ersten Bild fehlt. Entferne neue Elemente und ergänze „eine durchgehende Einstellung, keine Schnitte“.





